Lexikon
Sendungsnummer: Aufbau und Verwendung
Die Sendungsnummer ist eine eindeutige Ziffern- oder Zeichenfolge, die ein Paketdienst oder ein Postunternehmen jeder Sendung bei der Auftragserfassung zuweist. Sie steht als Klartext und als Barcode auf dem Versandlabel und verbindet das physische Paket mit dem Datensatz im System des Dienstleisters. Darüber lässt sich der Weg einer Sendung vom Versender bis zur Zustellung nachvollziehen, sofern das gebuchte Produkt eine Verfolgung vorsieht.
10 bis 20 Stellen
Spanne der Formate bei deutschen Paketdiensten
13 Zeichen
bei internationalen Briefsendungen nach Standard S10
Drei Fundorte
Versandlabel, Einlieferungsbeleg und Versandbestätigung
Funktion der Sendungsnummer
Jede Sendung erhält bei der Erstellung des Labels eine eigene Sendungsnummer, die den gesamten Transportweg begleitet. Sie wird an jedem Umschlagpunkt gescannt, also bei der Annahme, im Paketzentrum, beim Übergang in die Zustellung und bei der Übergabe an den Empfänger. Aus der Kette dieser Scans entsteht der Verlauf, den die Sendungsverfolgung anzeigt.
Maßgeblich ist dabei die Trennung von Sendungsnummer und Routinginformation. Ein Paket trägt in der Regel mehrere Barcodes, darunter den Leitcode, der die Sortierung nach Postleitzahl steuert. Für Versender und Empfänger ist allein die Angabe unter dem Barcode relevant, weil nur sie in der Sendungsverfolgung abgefragt wird. Welche Zwischenschritte dort erscheinen und wie sie zu deuten sind, behandelt der Eintrag zu den Paketstatus-Meldungen.
Aufbau und Länge bei den einzelnen Dienstleistern
Ein einheitliches Format für alle Anbieter gibt es im deutschen Paketmarkt nicht. Jeder Dienstleister verwendet ein eigenes Nummernschema, das sich an Länge und Anfangszeichen erkennen lässt. Die folgende Übersicht stellt die gängigen Formate gegenüber:
| Dienstleister | Stellen | Beispielformat |
|---|---|---|
| DHL Paket | 12, 16 oder 20 | 00340433836442636597 |
| DHL Paket (JJD-Format) | 16 | JJD1410302937991 |
| DHL Express | 10 | 6486005945 |
| Hermes | 14 | 09133131530724 |
| DPD | 14 | 01015026003653 |
| GLS | 12 | 641012345674 |
| UPS | 18 | 1Z963V54DK46309411 |
| Briefsendungen international | 13 | RR123456785DE |
Fast alle Schemata enthalten eine Prüfstelle, die aus den übrigen Ziffern berechnet wird und Zahlendreher beim manuellen Eintippen abfängt. Bei den 20-stelligen DHL-Nummern sowie bei Hermes greift das Verfahren Modulo 10 mit der Gewichtung 3131, bei zwölfstelligen DHL-Nummern eine Gewichtung aus 4 und 9 und bei DHL Express ein Modulo-7-Verfahren. GLS ergänzt einen zusätzlichen Rechenschritt, damit fremde Barcodes auf einem Paket die eigene Sortierung nicht stören, und DPD hängt der Sendungsnummer ein Prüfzeichen nach ISO/IEC 7064 an.
Internationale Briefsendungen nach S10
Für grenzüberschreitende Briefsendungen gilt der Standard S10 des Weltpostvereins, der seit 1996 in Kraft ist. Die Nummer besteht aus zwei Buchstaben für die Versandart, acht Ziffern als laufender Nummer, einer Prüfziffer und zwei Buchstaben für das Einlieferungsland. Ein Einschreiben aus Deutschland beginnt daher mit RR und endet auf DE. Dieselbe Systematik liegt dem Einschreiben mit Rückschein zugrunde, bei dem zusätzlich der unterschriebene Rückschein dokumentiert wird.
Wo die Sendungsnummer zu finden ist
Je nachdem, wie eine Sendung frankiert wurde, steht sie an unterschiedlichen Stellen:
- Auf dem aufgeklebten Versandlabel, meist unter dem Barcode als lange Ziffernfolge
- Auf dem Einlieferungsbeleg, den die Filiale oder der Paketshop bei der Abgabe ausdruckt
- In der Versandbestätigung per E-Mail, wenn die Lieferung aus einem Onlineshop stammt
- Im Kundenkonto des Versanddienstleisters, sofern die Paketmarke online gekauft wurde
- In der App des Anbieters, etwa beim Hermes-Paketschein unmittelbar nach dem Kauf
Empfänger einer Bestellung erhalten die Nummer üblicherweise vom Händler und nicht vom Paketdienst. Fehlt die Angabe in der Versandbestätigung, führt eine kurze Anfrage beim Shop zum Ziel, weil dort jede Auftragsnummer mit der zugehörigen Sendungsnummer verknüpft ist.
Sendungsnummer in der Sendungsverfolgung nutzen
Die Abfrage läuft bei allen Anbietern nach demselben Muster ab:
- 1.Die Nummer vollständig und ohne Leerzeichen aus dem Beleg oder der E-Mail übernehmen.
- 2.Die Sendungsverfolgung des zuständigen Dienstleisters aufrufen und die Nummer eintragen.
- 3.Den angezeigten Verlauf prüfen, der die Scans in zeitlicher Reihenfolge auflistet.
- 4.Bei längerem Stillstand den Versender einschalten, weil nur er eine Nachforschung beauftragen kann.
Anbieterübergreifende Portale und die Apps der Paketdienste erkennen viele Nummern automatisch am Format und ordnen sie dem passenden Dienstleister zu. Wie sich mehrere Lieferungen gebündelt beobachten lassen, beschreibt der Eintrag zur Paketverfolgung per App.
Grenzen und typische Stolperstellen
Eine frisch erzeugte Sendungsnummer liefert oft noch kein Ergebnis, weil der erste Scan erst mit der Einlieferung entsteht. Bis dahin meldet die Sendungsverfolgung, dass dazu keine Daten vorliegen. Bei Transporten ins Ausland bricht die Verfolgung mitunter an der Grenze ab, sobald ein Partnerunternehmen im Zielland die Zustellung übernimmt und seine Scans nicht durchgängig zurückspielt. Welche Anbieter durchgehend verfolgen, ordnet der Eintrag zum internationalen Paketporto ein.
Ebenso wenig gehört sie in die Öffentlichkeit. Wer sie kennt, sieht in der Sendungsverfolgung den Zustellstatus und häufig auch den Ablageort einer fremden Lieferung.
Passende Verpackungen für nachverfolgbare Sendungen
Ein Label mit Barcode wird nur dann zuverlässig gelesen, wenn es plan auf einer festen Fläche klebt. Verpackungen mit glatter Oberfläche und stabilem Deckel erleichtern das Aufbringen und verhindern, dass der Strichcode über eine Kante bricht.
- Kartons und Faltschachteln mit ausreichend großer Deckelfläche für ein vollflächiges Label
- Versandtaschen aus Wellpappe für flache Sendungen, die trotzdem formstabil bleiben
- Klebebänder zum Verschließen, die den Barcode selbst frei lassen
Für den Versand als Maxibrief eignen sich flache Kartonagen, die zusätzlich durch den Briefkastenschlitz passen.
Vorteile und Einschränkungen der Sendungsnummer
Vorteile
Die Nummer ordnet jeder Sendung einen eigenen Datensatz zu, macht den Transportweg für beide Seiten sichtbar und verkürzt Rückfragen. Bei einer Nachforschung ist sie die zentrale Angabe, mit der ein Dienstleister das Paket im System auffindet.
Einschränkungen
Der Status hängt von den Scans ab, die im Sortierprozess tatsächlich erfasst werden. Fehlt ein Scan, bleibt der Verlauf lückenhaft, obwohl die Lieferung unterwegs ist. Wie lange die Daten nach der Zustellung abrufbar bleiben, legt jeder Anbieter selbst fest.