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Postleitzahlen in Deutschland: Struktur und Tipps
Postleitzahlen in Deutschland sind fünfstellige Ziffernfolgen, die jedem Zustellgebiet eine eindeutige Kennung zuordnen und so die Sortierung sowie Zustellung von Briefen und Paketen steuern. Eine Postleitzahl, kurz PLZ, bildet zusammen mit dem Ort einen festen Bestandteil jeder Adresse und ordnet eine Sendung einem bestimmten geografischen Bereich zu. Das heutige System gilt seit 1993 und umfasst rund 30.000 aktive Postleitzahlen.
5 Ziffern
je Postleitzahl
10 Postleitzonen
von 0 bis 9
Seit 1993
rund 30.000 aktive PLZ
Was eine Postleitzahl ist
Eine Postleitzahl ist eine Ziffernkombination innerhalb von Postadressen auf Briefen, Paketen oder Päckchen. Sie steht links neben dem Bestimmungsort und ordnet die Sendung einem Zustellgebiet zu. Die Deutsche Post AG als Nachfolgerin der Bundespost ist für die Vergabe und Pflege der Postleitzahlen zuständig und legt die Briefregionen fest.
Postleitzahlen erleichtern die Zustellung, weil sie eine eindeutige Zuordnung zu einem geografischen Ort oder einer Region ermöglichen. Über die Kombination aus PLZ und Ort lässt sich ein Zustellgebiet exakt eingrenzen. Neben der Post nutzen auch Unternehmen die Postleitzahlen für Geomarketing und zur Analyse von Kundenstandorten, da sich Regionen über die PLZ geografisch auswerten lassen.
Aufbau einer fünfstelligen Postleitzahl
Die fünf Ziffern einer Postleitzahl sind hierarchisch aufgebaut und werden von links nach rechts immer genauer. Die ersten Stellen beschreiben eine grobe Lage, die hinteren Stellen grenzen den konkreten Zustellbereich ein.
- Die erste Ziffer bezeichnet die Postleitzone und teilt Deutschland in zehn große Gebiete von 0 bis 9.
- Die zweite Ziffer bezeichnet die Region innerhalb der Zone.
- Die ersten beiden Ziffern zusammen definieren ein Postleitgebiet, also eine geografische Region.
- Die letzten drei Ziffern identifizieren den genauen Zustellbereich, etwa einen Ort, einen Stadtteil, eine Straße oder einen Großempfänger.
Die zehn Postleitzonen
Die erste Ziffer ordnet jede Adresse einer von zehn Postleitzonen zu. Diese Zonen folgen in groben Zügen der Geografie Deutschlands:
| Erste Ziffer | Gebiet |
|---|---|
| 0 | Sachsen sowie Teile von Thüringen und Sachsen-Anhalt. |
| 1 | Berlin, Brandenburg und Teile von Mecklenburg-Vorpommern. |
| 2 | Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und das nördliche Niedersachsen. |
| 3 | das südliche Niedersachsen und nördliche Hessen. |
| 4 | das nördliche Nordrhein-Westfalen. |
| 5 | das südliche Nordrhein-Westfalen und nördliche Rheinland-Pfalz. |
| 6 | Hessen, das Saarland sowie Teile von Rheinland-Pfalz und Bayern. |
| 7 | Baden-Württemberg. |
| 8 | das südliche Bayern. |
| 9 | das nördliche Bayern und Teile von Thüringen. |
Die Postleitzonen verlaufen nicht entlang der Bundesländergrenzen, weshalb manche Länder mehrere Zonen umfassen. Auch einzelne Postleitzahlen überschreiten Verwaltungsgrenzen: 281 Postleitzahlen reichen über eine Landkreisgrenze hinaus, die PLZ 04936 etwa erstreckt sich über zwei Landkreise.
Regionen und Zustellbereiche
Innerhalb einer Postleitzone gliedern die folgenden Ziffern das Gebiet weiter auf. Die zweite Ziffer fasst eine Region zusammen, die drei letzten Stellen führen bis zum einzelnen Zustellbereich. In dicht besiedelten Städten kann eine einzige Straße eine eigene Postleitzahl tragen, während in ländlichen Gegenden mehrere Ortschaften eine gemeinsame PLZ nutzen.
Arten von Postleitzahlen
Nicht jede Postleitzahl steht für ein Wohngebiet. Je nach Verwendungszweck werden mehrere Arten unterschieden:
- Hauszustellungspostleitzahlen gelten für die meisten Postbenutzer und ordnen Adressen den Bereich zu, in dem die Sendung direkt zugestellt wird.
- Postfachpostleitzahlen sind eigene Nummern für Postfächer und zählen zu den häufigsten Arten, da viele Postämter eigene Postfachanlagen führen.
- Postleitzahlen für Großempfänger erhalten Behörden, Unternehmen oder Institutionen mit hohem Postaufkommen; sie tragen eine eigene PLZ oder teilen sich diese.
- Aktionspostleitzahlen werden für einmalige Anlässe wie Gewinnspiele oder Spendenaufrufe vergeben.
- Feldpost hatte bis 2004 ein eigenes Nummernsystem außerhalb der zivilen Postleitzahlen.
Geschichte der Postleitzahlen
Das deutsche Postleitzahlensystem geht auf die 1940er-Jahre zurück und hat seitdem mehrere Stufen durchlaufen. Die heutige fünfstellige Form ist das Ergebnis der Wiedervereinigung beider deutscher Postsysteme.
- 1941wurden Postleitgebietszahlen im Deutschen Reich eingeführt, zunächst für den Paketverkehr.
- 1944galten die Postleitgebiete auch für den Briefverkehr.
- 1961wurde erstmals ein Postleitzahlenbuch an die Haushalte verteilt.
- 1962führte die Bundesrepublik ein vierstelliges Postleitzahlensystem ein, die DDR folgte 1965 mit einem eigenen vierstelligen System.
- 1993löste das fünfstellige System die beiden getrennten Leitsysteme ab und vereinheitlichte die Postleitzahlen für ganz Deutschland.
Mit der Umstellung 1993 wuchs die Zahl der verfügbaren Codes deutlich, da fünf Stellen wesentlich mehr Kombinationen zulassen als vier. Dadurch ließen sich Zustellbereiche feiner abgrenzen und einzelne Großempfänger mit eigenen Nummern versehen.
Postleitzahl finden und prüfen
Eine Postleitzahlensuche ermittelt die passende PLZ über den Ort oder die Straße und umgekehrt den Ort zu einer Postleitzahl. Die Deutsche Post sowie zahlreiche Online-Datenbanken und Kartendienste stellen solche Suchfunktionen bereit. Für die korrekte Frankierung einer Sendung ist die richtige Postleitzahl entscheidend, da Laufzeit und Porto vom Zielgebiet abhängen.
Wie sich die Versandkosten je nach Anbieter und Zielregion zusammensetzen, zeigen Übersichten wie die DHL Portotabelle 2026 oder die DPD Porto Übersicht. Für förmliche Briefsendungen mit Nachweis gibt der Beitrag Einschreiben Porto Übersicht einen Überblick. Eine falsche oder fehlende PLZ verzögert die Zustellung, weil die automatische Sortierung die Sendung keinem Zustellbereich zuordnen kann.
Postleitzahl auf Sendungen richtig angeben
Auf Briefen und Paketen steht die Postleitzahl in der letzten Zeile der Anschrift, unmittelbar vor dem Bestimmungsort. Eine klar geschriebene PLZ unterstützt die maschinelle Lesung in den Sortierzentren und beschleunigt den Weg der Sendung. Bei günstigen Versandformen wie der Deutsche Post Warensendung gelten dieselben Vorgaben für die Adressierung.
Beim Versand ins Ausland wird die ausländische Postleitzahl im jeweiligen Format genutzt und das Bestimmungsland zusätzlich angegeben. Welche Regeln bei grenzüberschreitenden Sendungen zu beachten sind, erläutert der Beitrag Geschenkpakete und Zoll.
Passende Verpackungen mit gut lesbarer Anschrift
Eine stabile Verpackung schützt den Inhalt auf dem Transportweg; passende Kartons und Faltschachteln bieten genug Platz für eine gut lesbare Anschrift mit korrekter Postleitzahl.