Lexikon
Gelber Aufkleber auf Brief wegen fehlendem Porto (Nachporto)
Ein gelber Aufkleber auf einem Brief weist in den meisten Fällen darauf hin, dass die Sendung unzureichend frankiert wurde – der Absender hat zu wenig Porto aufgeklebt. Reicht das Porto nicht aus, verlangt die Deutsche Post ein Nachentgelt, umgangssprachlich Nachporto genannt: das fehlende Porto zuzüglich eines Zuschlags für den höheren Bearbeitungsaufwand.
Einziehungsentgelt ab 70 Cent
2 Euro bei Groß- und Maxibriefen
Zurück an den Absender
oder Nachentgelt beim Empfänger
Neues Verfahren seit September 2024
Brief komplett neu frankieren
Zwei Arten gelber Aufkleber
Die Deutsche Post verwendet zwei verschiedene gelbe Aufkleber, die sich in Größe und Bedeutung unterscheiden:
- Ein kleiner gelber Aufkleber mit Matrixcode dient der Sortierung von Briefen mit schlecht lesbarer Anschrift. Er ist harmlos und hat mit dem Porto nichts zu tun.
- Ein großer gelber Aufkleber signalisiert eine unzureichende Frankierung. Auf ihm steht in Fettschrift, mit welcher Portostufe der Brief korrekt freigemacht werden müsste.
Was der große gelbe Aufkleber bedeutet
Erkennt die Deutsche Post im Briefzentrum zu wenig Porto, hängt das weitere Vorgehen von der Absenderadresse ab. Ist ein Absender angegeben, geht der Brief mit dem großen gelben Aufkleber an diesen zurück. Fehlt eine Absenderadresse, versucht die Post stattdessen, das Nachporto beim Empfänger zu kassieren. Für diese Sendungen klebt das Briefzentrum seit September 2024 ein NE-Label mit blauem Dreieck und Matrixcode auf, damit die Zusteller das Nachentgelt zuverlässig erheben.
Neues Verfahren seit September 2024
Erhält der Absender einen unzureichend frankierten Brief zurück, muss er ihn komplett neu verpacken und neu frankieren. Die Briefmarken auf dem zurückgeschickten Umschlag gelten als verbraucht und lassen sich nicht erneut verwenden. Bis Ende August 2024 war es noch möglich, das fehlende Porto mit zusätzlichen Marken zu ergänzen und den Brief erneut aufzugeben; dieses Verfahren entfällt seither.
Beim Frankieren gelten zwei praktische Regeln: Überfrankieren ist erlaubt, ein höherer Portobetrag als nötig wird also akzeptiert. Das Mischen von Internetmarke und klassischer Briefmarke auf derselben Sendung ist als Mischfrankierung dagegen unzulässig.
Höhe von Nachentgelt und Einziehungsentgelt
Das Nachentgelt setzt sich aus zwei Teilen zusammen: dem fehlenden Porto und einem Einziehungsentgelt, das den Mehraufwand abgilt. Das Einziehungsentgelt beträgt (Stand 2024):
| Sendungsart | Einziehungsentgelt |
|---|---|
| Postkarten, Standard- und Kompaktbriefe | 70 Cent |
| Groß- und Maxibriefe sowie Büchersendungen (BüWa) | 2 Euro |
Hat die Post den Eindruck, dass eine Sendung vorsätzlich nicht oder ungültig frankiert wurde, kann ein erhöhtes Einziehungsentgelt von 50 Euro als pauschalierter Schadenersatz berechnet werden. Zur Einordnung der fehlenden Beträge: Ein Standardbrief kostet 0,95 Euro, ein Kompaktbrief 1,10 Euro, ein Großbrief 1,80 Euro und ein Maxibrief 2,90 Euro.
Häufige Gründe für eine unzureichende Frankierung
Oft entsteht das Nachporto durch Format- und Gewichtsfehler. Typische Auslöser sind:
- Überschreitung von Höchstgewicht oder Maximalmaß der gewählten Portostufe.
- Quadratische Briefe: Sie verursachen höheren Sortieraufwand und erfordern Großbrief-Porto von 1,80 Euro.
- Briefumschläge in kräftigen Farben: Sie sind nur als Kompaktbrief für 1,10 Euro zulässig, da Standardbriefe in Weiß oder Pastelltönen gehalten sein müssen.
Rechte des Empfängers
Empfänger müssen eine Sendung mit Nachentgelt nicht annehmen. Bei einer Annahmeverweigerung wird ein Brief ohne Absenderangabe an das Servicecenter Briefermittlung weitergeleitet. Lässt sich kein Absender ermitteln oder verweigert auch dieser die Annahme, wird die Sendung vernichtet oder versteigert. Wirft die Post einen Brief mit NE-Label ohne Kassieren in den Briefkasten ein, entsteht nachträglich keine Zahlungspflicht.
Passende Verpackungen
Wer Briefe und kleine Warensendungen formatgerecht und korrekt frankiert verschickt, hält die passende Portostufe leichter ein. Hilfreich sind dabei formatgerechte Kartons im Briefformat:
Einen Gesamtüberblick über alle Formate bieten die Versandverpackungen.