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Lexikon

Grammatur: Flächengewicht von Papier und Karton

Kurz erklärt

Die Grammatur bezeichnet die flächenbezogene Masse eines Papiers, Kartons oder einer Pappe und wird in Gramm pro Quadratmeter (g/m²) angegeben. Sie beschreibt das Gewicht eines Quadratmeters des Materials und dient als wichtigste Kennzahl für dessen Stärke und Einsatzbereich. Gebräuchlich sind dafür auch die Begriffe Flächengewicht und Quadratmetergewicht.

g/m²
Einheit der flächenbezogenen Masse

80 g/m²
Grammatur von üblichem Kopierpapier

ISO 536
Norm für die Bestimmung der Grammatur

Bedeutung und Messung

Ermittelt wird der Wert gravimetrisch: Eine Probe mit bekannter Fläche wird unter genormten Klimabedingungen gewogen und das Ergebnis auf einen Quadratmeter hochgerechnet. Die Vorgaben dafür stehen in der Norm ISO 536, die in Europa als DIN EN ISO 536 übernommen wurde. Klima und Probenahme sind dabei festgelegt, weil Papier je nach Luftfeuchtigkeit unterschiedlich viel Wasser bindet.

Sie beschreibt die Masse, keine Dicke. Zwei Papiere mit identischem Wert können unterschiedlich stark ausfallen, wenn sich ihr Volumen unterscheidet. Ein voluminöses Naturpapier wirkt bei 120 g/m² deutlich kräftiger als ein glattes gestrichenes Papier mit demselben Wert. Für die Dicke gibt es daher die eigene Kennzahl des spezifischen Volumens.

Abgrenzung von Papier, Karton und Pappe

Anhand dieses Werts werden die drei Werkstoffgruppen voneinander abgegrenzt. Die Schwellen werden in der Praxis unterschiedlich gezogen, die folgende Staffelung ist die gebräuchlichste:

Bezeichnung Grammatur Typische Beispiele
Papier bis 150 g/m² Kopierpapier, Packpapier, Briefbogen
Halbkarton 150 bis 250 g/m² Flyer, Postkarten, Umschläge von Broschüren
Karton 250 bis 600 g/m² Faltschachteln, Visitenkarten, Ordnerrücken
Pappe ab 600 g/m² Vollpappe, Buchdeckel, Stanzteile

Wellpappe fällt aus dieser Systematik heraus, weil sie aus mehreren Lagen besteht. Angegeben wird dort der Wert je Lage, also für die Decken und die Wellenbahn. Deckenpapiere im Versandbereich liegen häufig zwischen 100 und 200 g/m².

Typische Grammaturen im Überblick

Die folgenden Werte dienen als Orientierung für gängige Anwendungen:

  • 40 bis 50 g/m²: Zeitungspapier und leichtes Seidenpapier
  • 70 bis 90 g/m²: Kopier- und Druckerpapier für den Bürobedarf
  • 90 bis 120 g/m²: Briefbogen und Packpapier für leichte Sendungen
  • 135 bis 200 g/m²: Flyer, Prospekte und stabiles Packpapier
  • 300 bis 400 g/m²: Visitenkarten, Faltschachteln und Produktverpackungen

Im Versand spielt sie eine doppelte Rolle. Sie bestimmt die Stabilität der Verpackung und geht zugleich in das Sendungsgewicht ein, das über die Portostufe entscheidet.

Grammatur und Versandgewicht

Bei großen Stückzahlen summiert sich jedes Gramm. Ein Quadratmeter Packpapier mit 120 g/m² wiegt 40 Gramm mehr als derselbe Zuschnitt mit 80 g/m². Bei Briefsendungen nahe an einer Gewichtsgrenze kann diese Differenz die Portostufe verändern.

Das Gewicht einer Verpackung lässt sich aus Fläche und Grammatur überschlagen. Ein Zuschnitt von 0,5 Quadratmetern aus einem Material mit 400 g/m² wiegt rund 200 Gramm. Für die Kalkulation ganzer Sendungen genügt diese Näherung, weil Klebstoff und Druckfarbe kaum ins Gewicht fallen.

Wichtig: Eine höhere Grammatur bedeutet nicht automatisch eine stabilere Verpackung. Bei Wellpappe entscheiden Wellenart und Aufbau stärker über die Druckfestigkeit als das Gewicht der einzelnen Papiere.

Für den direkten Vergleich zweier Kartons ist deshalb die Wellpappensorte die verlässlichere Angabe. Sie ergänzt die Sortenangabe, ersetzt sie jedoch nicht.

Passende Materialien nach Grammatur

Für Polsterung, Umhüllung und Versand kommen Papiere unterschiedlicher Stärke zum Einsatz. Ausschlaggebend sind die Stärke des Papiers sowie Gewicht und Empfindlichkeit des Inhalts.

Bei schwereren Sendungen übernimmt der Karton die Schutzfunktion, während das Papier nur noch die Hohlräume füllt.

Kartons und Faltschachteln ansehen

Aussagekraft und Grenzen der Kennzahl

Was sie leistet

Die Grammatur ist genormt, einfach zu messen und erlaubt den direkten Vergleich von Materialien derselben Art. Sie bildet die Grundlage für Gewichtskalkulationen und für die Einordnung als Papier, Karton oder Pappe.

Wo sie an Grenzen stößt

Über Dicke, Steifigkeit und Reißfestigkeit sagt sie wenig aus. Auch Oberfläche und Faserqualität bleiben unberücksichtigt, obwohl beide das Verhalten im Druck und im Transport prägen.

Häufige Fragen zur Grammatur

Die Angabe nennt das Gewicht eines Quadratmeters des Materials in Gramm. Ein Papier mit 80 g/m² wiegt bei einer Fläche von einem Quadratmeter genau 80 Gramm, unabhängig vom Zuschnitt des einzelnen Bogens.
Materialien zwischen 150 und 250 g/m² gelten als Halbkarton, der Bereich von 250 bis 600 g/m² als Karton. Oberhalb von 600 g/m² wird von Pappe gesprochen. Die Schwellen werden je nach Quelle leicht abweichend angesetzt.
Übliches Kopier- und Druckerpapier liegt bei 80 g/m². Schreibblöcke bewegen sich zwischen 70 und 80 g/m², hochwertige Briefbogen erreichen 90 bis 120 g/m².
Ein direkter Zusammenhang besteht nicht. Papiere mit gleicher Grammatur unterscheiden sich in der Dicke, wenn ihr spezifisches Volumen abweicht. Voluminöse Naturpapiere bauen bei gleicher Grammatur stärker auf als gestrichene Sorten.
Die Fläche des Zuschnitts in Quadratmetern wird mit der Grammatur multipliziert. Ein Zuschnitt von 0,5 Quadratmetern aus einem Material mit 400 g/m² wiegt demnach rund 200 Gramm.
Bei Wellpappe wird die Grammatur für jede Lage einzeln angegeben. Deckenpapiere im Versandbereich liegen häufig zwischen 100 und 200 g/m². Aussagekräftiger für die Belastbarkeit ist die Wellpappensorte mit Wellenart und Papierqualität.