Der Kauf in Onlineshops gewinnt immer weiter an Beliebtheit. Das bedeutet ein hohes Verpackungsaufkommen, was auch mit vielen Verpackungsabfällen verbunden ist. Verbraucher haben erkannt, wie wichtig Nachhaltigkeit ist, und wünschen sich umweltfreundliche, nachhaltige Verpackungen und weniger Verpackungsmüll. So müssen sie weniger entsorgen. Auch für Unternehmen kommt es darauf an, Verpackungsabfälle zu vermeiden, um Kosten zu sparen. Die Vermeidung von Verpackungsabfall betrifft Produktverpackungen ebenso wie Versandverpackungen. Mehrwegverpackungen, recycelbare Verpackungen und weniger Verpackungsmaterial sind geeignete Lösungsansätze. Bereits beim Verpackungsdesign kann die Reduzierung von Verpackungsabfall berücksichtigt werden.
Aufkommen von Verpackungsabfällen innerhalb der EU
Innerhalb der EU fielen im Jahr 2021 insgesamt 84,3 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle an. Das sind 4,8 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Pro Einwohner waren das im Schnitt 189 Kilogramm Verpackungsabfälle innerhalb eines Jahres. Im Vorjahr wurden pro Einwohner noch durchschnittlich 178 Kilogramm Verpackungsabfälle erzeugt. In Deutschland war das Aufkommen an Verpackungsmüll pro Kopf im Jahr 2021 noch höher: Jeder Deutsche erzeugte im Schnitt 236 Kilogramm Verpackungsabfall innerhalb eines Jahres.
Die Verpackungsabfälle innerhalb der EU im Jahr 2021 teilten sich nach Verpackungsmaterial folgendermaßen auf:
· Papier und Pappe: 40,3 Prozent
· Kunststoff: 19 Prozent
· Glas: 18,5 Prozent
· Holz: 17,1 Prozent
· Metall: 4,9 Prozent
· Sonstiges: 0,2 Prozent
Von den Verpackungsabfällen konnten im Jahr 2021 ungefähr 64 Prozent recycelt werden. Ungefähr 80 Prozent der Verpackungsabfälle wurden verwertet. Die Abfälle wurden auf verschiedene Weise behandelt und konnten einem nützlichen Zweck zugeführt werden. Auch das Recycling gehört dazu.
Ziele der EU zur Reduzierung von Verpackungsabfall
Die EU sieht vor, bis zum Jahr 2050 eine Kreislaufwirtschaft zu schaffen. Es geht darum, Verpackungen zu reduzieren, sie sicherer und nachhaltiger zu gestalten, wiederzuverwenden und zu recyceln.
Verpackungen sollen bis 2030 um 5 Prozent, bis 2035 um 10 Prozent und bis 2040 um 15 Prozent reduziert werden. Verschiedene Kunststoffverpackungen sollen bis 2030 verboten werden:
· Kunststoffverpackungen für frisches Gemüse und Obst
· Kunststoffverpackungen für kleine Einzelportionen von Zucker, Soßen und ähnlichen Produkten
· sehr leichte Kunststofftragetaschen
· Kunststoffverpackungen für Koffer auf Flughäfen
· Kunststoffverpackungen für kleine Toilettenartikel
Persistente Schadstoffe, die sogenannten Ewigkeitschemikalien zur Feuerfestmachung oder Imprägnierung von Lebensmittelverpackungen, sollen ab Januar 2030 verboten werden. Für die Wiederverwendung und Wiederbefüllung von Verpackungen sieht die EU konkrete Ziele vor. Mindestens zehn Prozent von Verpackungen für Getränke sollen wiederverwendbar sein. Verbraucher sollen die Möglichkeit haben, zum Mitnehmen von Speisen und Getränken ihre eigenen Behälter mitzubringen. Die Mitgliedsstaaten der EU sollen sich verpflichten, den Ausschank von Leitungswasser in Restaurants, Cafés, Bars und Kantinen in nachfüllbaren oder wiederverwendbaren Behältern zu fördern. Für die Wiederverwertbarkeit sieht die EU strengere Kriterien vor.
Was zählt zum Verpackungsmüll?
Verpackungsmüll ist alles, was nach dem Umschließen einer Ware nicht mehr verwendbar ist und entsorgt werden muss. Von diesem Müll wird ein Teil oft noch recycelt oder wiederverwendet. Teile des Verpackungsmülls werden verbrannt oder landen auf der Mülldeponie. Die Vermeidung von Verpackungsmüll ist wichtig, da in Deutschland etwa 30 Prozent der Verbraucher einen erneuten Kauf der Produkte eines Unternehmens bei zu viel Verpackungsmaterial ausschließen.
In Deutschland gilt das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), das in Paragraf 6 fünf Stufen für die Abfallhierarchie festlegt:
· Vermeidung von Abfällen
· Vorbereitung der Abfälle für die Wiederverwendung
· Recycling von Abfällen
· Verwertung
· Beseitigung
Was sind die Gründe für das Aufkommen von mehr Verpackungsabfällen?
Wenn es darum geht, Verpackungsabfälle zu reduzieren, ist es wichtig, sich mit den Gründen auseinanderzusetzen, warum das Aufkommen von Verpackungsabfällen immer weiter steigt.
Eine gute und stabile Wirtschaftslage führt zu einem steigenden Konsum in der Gesellschaft und damit verbunden auch zu einem höheren Aufkommen an Verpackungen und Abfällen. Der Onlinehandel gewinnt sowohl bei Privatpersonen als auch bei Unternehmen an Bedeutung. Das erfordert Versandverpackungen, die entsorgt werden müssen.
Häufig werden für die Waren im Onlinehandel die falschen Versandkartons genutzt. Zu große Versandkartons erfordern mehr Füllmaterial und führen zu mehr Abfall. Oft verfügen die Versandhändler nur über eine geringe Auswahl an Versandkartons, sodass keine Versandtaschen oder auch Groß- und Maxibriefkartons für den Versand kleinerer Artikel verwendet werden.
Just-in-Time-Lieferungen sind ein weiterer Grund für ein hohes Aufkommen an Verpackungsabfällen. Die Waren treffen bereits nach kurzer Zeit beim Kunden ein. Geschäftskunden können damit schnell auf Engpässe und die Bedürfnisse ihrer Kunden reagieren und sind flexibel. Da die Waren jedoch einzeln verpackt werden, kommt es zu mehr Verpackungsabfall.
Als Verpackungen werden häufig noch Einmalprodukte verwendet, insbesondere Plastikverpackungen. Solche Verpackungen werden nicht recycelt oder wiederverwendet, sondern sie landen im Müll. Das führt zu hohen Kosten und einer Belastung der Umwelt.
Möglichkeiten zur Vermeidung von Verpackungsabfällen
Unternehmen haben verschiedene Möglichkeiten, um Verpackungsmüll zu reduzieren. Mit weniger Verpackungsmüll schonen sie die Ressourcen und die Umwelt, da weniger Material für neue Verpackungen benötigt wird. Kosten werden gespart, da weniger Müll entsorgt werden muss, aber auch weniger neues Verpackungsmaterial gekauft werden muss.
Wahl der richtigen Verpackung
Um Verpackungsabfall zu reduzieren, ist es wichtig, die Verpackung in der passenden Größe zur Ware zu wählen. Der Kartonfinder hilft, den passenden Karton abhängig von den Abmessungen der Ware zu finden. Bei der Wahl der Verpackung kommt es darauf an, dass sie die Ware gut schützt, aber auch, dass nicht zu viel Material benötigt wird. Anstelle eines zweiwelligen Kartons kann ein einwelliger Karton genutzt werden, wenn die Ware weniger empfindlich und leichter ist. Kleidungsstücke und Heimtextilien müssen nicht immer in einem Karton verschickt werden. Versandtaschen sparen Verpackungsmaterial und mitunter auch Portokosten.
Nutzung von wiederverwendbaren Verpackungen
Einwegverpackungen sind teuer und verursachen viel Verpackungsmüll. Eine umweltfreundliche und kostengünstige Alternative sind wiederverwendbare Verpackungen. Um Retouren zu erleichtern, können Unternehmen retourenoptimiert versenden. Kommt es zu einer Retoure durch den Kunden, kann er dieselbe Verpackung verwenden, in der er die Ware erhalten hat. Das ist mit verschiedenen Kartons möglich, insbesondere mit FIX-Aufrichtekartons, die sich einfach verschließen lassen. Beim Versand von Textilien und anderen unempfindlichen Materialien kann der Kunde auch für die Rücksendung dieselbe Versandtasche nutzen. Auch Versandtaschen aus Folie können wiederverwendet werden, wenn sie wiederverschließbar sind. Solche Folien-Versandtaschen werden bereits aus recycelter Folie hergestellt und sind teilweise recycelbar. Auch biologisch abbaubare Materialien werden für die Herstellung von Folien-Versandtaschen genutzt.
Mit einem geeigneten Rückführungssystem können Unternehmen Anreize schaffen, damit die Kunden die Verpackungen zurückgeben. Die Verpackungen können aufbereitet und erneut verwendet werden. Füllmaterial, darunter Verpackungschips, ist bei einer Lieferung nicht beschädigt und kann viele Male verwendet werden. Das gilt auch für Luftpolsterfolie als Polsterung.
Mehrwegsysteme bei Paletten
Bei der Lieferung von großen Waren wie Haushaltsgeräten mit der Spedition oder bei großen Mengen von Waren werden häufig Paletten verwendet. Einwegpaletten verursachen viel Müll und sind teuer. Eine kostengünstige und nachhaltige Alternative sind Europaletten, die aus Holz bestehen und getauscht werden können. Für die Europaletten gibt es ein Tauschsystem, das klare Regeln für den Tausch vorschreibt. Die Paletten können viele Male verwendet und getauscht werden.
Verwendung von Monoverpackungen
Monoverpackungen erleichtern das Recycling, da sie aus nur einem Material bestehen. Bei Kartons aus Wellpappe kann Nassklebeband aus Papier zum Verschließen verwendet werden. Als Füllmaterial wird Packpapier verwendet. So entsteht eine Monoverpackung, die komplett aus Papier besteht. Bei Monoverpackungen müssen die einzelnen Materialien für das Recycling nicht voneinander getrennt werden. Auch die Entsorgung wird damit vereinfacht, wenn nur eine Art von Rohstoff verwendet wird.
Nutzung nachhaltiger Verpackungen
Um Verpackungsmüll zu reduzieren und Verpackungen umweltfreundlicher zu gestalten, können nachhaltige Verpackungen verwendet werden. Das betrifft die für die Verpackungen genutzten Materialien, aber auch die Verpackungen selbst. Kunststoff kann bereits auf natürlicher Basis erzeugt werden, beispielsweise auf Maisbasis. Solche Kunststoffprodukte sind biologisch abbaubar. Auch Graspapier ist nachhaltig. Für Luftpolsterfolie und Verpackungschips kann recyceltes Material verwendet werden. Kartons aus Wellpappe sind am nachhaltigsten, wenn sie über einen hohen Anteil an recyceltem Material bestehen und so gut wie keine Frischfasern für die Herstellung verwendet werden. Anstelle von Kraftliner, der über einen hohen Anteil an Frischfasern verfügt, kann Testliner mit einem hohen Anteil an Recyclingfasern zur Herstellung von Wellpappe genutzt werden.
Bei der Suche nach nachhaltigen und recycelbaren Alternativen für Verpackungen muss nicht an der Qualität gespart werden. Die recycelten und recycelbaren Materialien sind ähnlich stabil und hochwertig wie die bisher verwendeten weniger nachhaltigen Materialien. Sie können sich jedoch optisch geringfügig unterscheiden.


